Archiv für den Tag: 7. Oktober 2010

USA Nordwest 2010

Planung

Wir wollten gerne in den Yellowstone Nationalpark. Eigentlich fliegt man da nach Denver. Ich sah ein günstiges Angebot der Icelandair: FRA-KEF-MSP/SEA-KEF-FRA für € 1202 (für 2 Personen). Vorteile: Stopover auf Island möglich und 2 Gepäckstücke pro Person. Gesehen, kurz überlegt und gebucht. Die Hotels habe ich wie immer vorgebucht. Für Übernachtungen zahlten wir € 1903 (davon allein € 470 für das Reykjavik Centrum). Als Mietwagen buchten wir einen SUV Standard bei FTI für € 558.

Dann konnte es eigentlich losgehen.

So, 12.09.2010

Mit dem ICE fuhren wir nach Frankfurt Airport. FRA ist eine Zumutung. Viele Baustellen und ein langwieriger Transfer zum Terminal. Einchecken problemlos. Ruhiger Flug mit Icelandair nach Keflavik. Zwar war das ‚Inseat Entertainment‘ defekt, aber wir haben sowieso immer unser eigenes Entertainment dabei. Mit Flybus zum Hotel Reykjavik Centrum.

Erster Bummel durch Reykjavik. Abends Fischbuffet im Restaurant Reykjavik. Nichts besonderes, aber wenn man sich nicht auskennt …

Mo, 13.09.2010

Organisierte Tagestour ‚The Golden Circle‚. Zuerst ging es zum Geothermalkraftwerk Hellisheidi.

Island wird fast ausschließlich mit Hilfe von Geothermie geheizt. Dann fuhren wir weiter nach Gulfoss, einem imposanten Wasserfall.

Danch folgte ein Besuch im Vulkangebiet des Großen Geysir. Der Namensgeber ist zwar derzeit nicht aktiv, aber der Strokkur speit mit schöner Regelmäßigkeit heißes Wasser in die Höhe.

Zum Schluss besuchten wir Thingvellir. Hier tagte seit dem Jahre 900 die gesetzgebende Versammlung, bis sie von den Dänen aufgelöst wurde. Das isländische Parlament ist nach Griechenland und dem Römischen Reich das älteste Parlament der Welt. Außerdem stoßen im Nationalpark Thingvellir die europäische und die amerlikanische Platte zusammen.

Abends gab es ein leckeres und preisgünstiges Essen im Icelandic Fish and Chips sowie einen weiteren Bummel durch Reykjavik.

Di, 14.09.2010

Ausgedehnter Stadtbummel in Reykjavik trotz eiskalten und schneidenden Windes. Wir besuchten die Hallgrimskirkja. Vom Turm hat man einen phantatischen Rundblick über Stadt und Landschaft. Cappuccino und leckerer Kuchen in der Bäckerei Sandholt. Freundliche Leute bei Gullkunst Helgu laden privat den Akku von Christines Kamera auf (hielt bis zum Ende der Reise). Mittags ein Hotdog bei den ‚Besten Hotdogs der Welt‚.

Abends wieder zu Icelandic Fish and Chips.

Mi, 15.09.2010

Letzter kurzer Gang bei immer noch schneidendem Wind, Erkältung und Rückenschmerzen durch Reykjavik.

Transfer zum Flughafen. Dort als Abschiedsessen eine schöne Platte mit verschiedenen Lachs- und Shrimp-Sorten. Langer Flug mit Verspätung nach Minneapolis. Der von der Immi war neugierig und wollte alles mögliche wissen.

Schönes Auto von National: Ein KIA Borrego mit 3,8l V6-Motor und 276 PS. Ein paar Minuten Fahrt zum LivInn in Burnsville. Dank Navi und guter Vorbereitung klappte auch dies problemlos. Das Motel ist in typischer Leichtbauweise erbaut. Überall klappert und zieht es. Aber für 70 Dollar kann man wohl nicht mehr erwarten.

Do, 16.09.2010

Gutes amerikanisches Frühstück mit Eiern, Speck und Pancakes im IHOP.

Danach Shop Till You Drop: Outlet in Albertville (Jockey, Nautica, Man XL, Hilfiger), Walmart in Maple Grove, Lands End und Barnes & Noble in Bloomington sowie Jo-Ann in Edina. Als Entschädigung abends super Essen im Red Lobster.

Fr, 17.09.2010

Zur Mall of America in Bloomington, der Mutter aller Malls.

Nicht schön, aber groß und laut. Für die schon gemachten und noch erwarteten Einkäufe kaufe ich einen dritten Koffer (Icelandair sei Dank !) Mein Versuch, im TARGET-Supermarkt ein Bier zu kaufen, scheitert an meinem Führerschein im Scheckkartenformat. Wutentbrannt habe ich dann die anderen Einkäufe zum Abendessen an der Kasse stehenlassen. Später konnte ich dann im Liquour-Store ohne Probleme eine Flasche Wein kaufen. Abendessen im Hotel.

Sa, 18.09.2010

Genug des Shoppings, endlich geht es auf die Piste. Problemlose Fahrt nach Chamberlain, SD, am Ufer des Missouri gelegen. Nettes Kaff mit niedlicher Mainstreet und einem putzigen Quiltshop. Abends in Charly’s Restaurant. Provinz pur, aber Riesensteaks zu kleinen Preisen. Übernachtung in BW Lees Motor Inn.

So, 19.09.2010

Lange Fahrt von Chamberlain nach Custer SD. Wir „gewinnen“ eine Stunde durch Wechsel von Central Time auf Mountain Time. Durch den Badlands NP. Zwischenstop in Wall. Viel Shopping und Entertainmant im Nirvana. Dann in den Custer State Park.


Wunderschöne Landschaft und wunderschönes Wetter. Viele Rehe, viele Esel und ein einsamer Büffel. Abends mäßiges Essen im Dark Horse Steak & Brew. Übernachtung im schönen BW Buffalo Ridge Inn.

Mo, 20.09.2010

Wunderschönes warmes Wetter. Durch den State Park zum Mount Rushmore.Dorthin wollte ich auch schon immer einmal. Trotz Montag morgen viel Betrieb.

Anschließend nach Hill City.

Zufälligerweise lag ein Quiltshop auf unserer Route. Super Lunch im Alpine Inn. Über den Needles Highway zurück nach Custer. Abendessen im Hotel.

Di, 21.09.2010

Wenig lohnenswerter Ausflug nach Deadwood. Auf dem Rückweg zum Bear Country USA .

Sehr schön mit vielen Tieren: Bären, Wölfe, Elche, Luchse etc. im Freigehege zum Durchfahren und im Tierkindergarten „Babyland“.

Zum Abschluss eine letzte Fahrt durch den State Park. Wieder Büffel und dieses Mal auch Präriehunde. Gutes Dinner im Bavarian Inn.

Mi, 22.09.2010

Kurze Fahrt von Custer nach Sheridan WY. Zum Lunch gab es ein leckeres Sandwich im Cafe Sagewood in Buffalo. Abends Super Dinner im Sanfords: Ribs, Fajitas und ein großes Sam Adams vom Fass.

Wir übernachteten im BW Sheridan Center.

Do, 23.09.2010

Von Sheridan nach Cody WY. Nebel in den Big Horn Mountains. Längerer Besuch im Buffalo Bill Historical Center in Cody. 15 USD Eintritt haben sich gelohnt : Ausstellungen über die Tierwelt im Yellowstone NP, über Buffalo Bill und über die Indianer.

Eine Stunde Fahrt ins Pahaska Teepee Resort (dort auch Übernachtung). Wohnen und Essen im Blockhaus am Waldrand.

Fr, 24.09.2010

Durch den Yellowstone NP von Cody nach West Yellowstone MT. Viele Besucher, wenig Tiere aber eine wunderschöne Landschaft.

Abends eine Riesenpizza, von der wir nur die Hälfte schafften. Dazu ein Pitcher lokales Bier.

Übernachtung im BW Weston Inn.

Sa, 25.09.2010

Im Yellowstone NP. Südroute mit Besuch des Old Faithful.

Er fing pünktlich an zu spucken, als wir ankamen. Heute noch mehr Besucher. Büffelherden auf der Straße verursachen Stau. Viele Geysire. Schönes Picknick zum Lunch am Lake Yellowstone. Abends im Hotel die zweite Hälfte der gestrigen Pizza gegessen.

Übernachtung wieder im BW Weston Inn.

So, 26.09.2010

Lange Fahrt von West Yellowstone nach Coeur d’Alene ID. Eine Stunde haben wir durch den Wechsel von Mountain Time auf Pacific Time geschenkt bekommen. CDA überrascht positiv: nette Seepromenade mit vielen Geschäften.

Abends Erfahrungen der Dritten Art: Wir gehen zu Fuß zum Red Lobster, der „nur um die Ecke“ ist sowie ein nuschelnder, Slang sprechender Kellner. Das Essen schmeckte aber trotzdem sehr gut.

Übernachtung im Super 8.

Mo, 27.09.2010

Lange Fahrt nach North Bend WA ins Outlet. Erfolgreicher Einkauf bei Jockey. Stressige Fahrt durch Seattles Vorstädte nach Morton WA. Das Seasons Motel ist ein ruhiges, nettes Motel. Gutes Abendessen nebenan im Plaza Jalisco.

Di, 28.09.2010

Lange Fahrt nach Port Angeles WA. Super Hotel.

Wir upgraden auf ein Zimmer mit Golfplatzblick. Jeder Schlag wird natürlich entsprechend fachkundig kommentiert. Abends werfen wir ein Hähnchen vom Safeway in die Mikrowelle.

Übernachtung in der Olympic Lodge.

Mi, 29.09.2010

In den Olympic NP zur Hurricane Ridge. Phantastische Aussicht auf die Berge rundum. Wir laufen ein paar kurze Trails.

Abends super Fischplatte im Woodfire Grill.

Do, 30.09.2010

Fahrt zum Cape Flattery, dem nördlichsten Punkt des US Homeland. Regenwald, sehr feucht.

Abends ein Meat Loaf vom Safeway.

Fr, 01.10.2010

Fahrt zum Rialto Beach, nach La Push und Forks. Super Lunch im South North Garden, einem Chinesen in Forks. Nach (ironischer) Aussage eines Ladenbesitzers hat sich Forks dank Twilight von einem „beschissenen Dorf“ zu einer „schillernden Stadt“ entwickelt. Meiner Meinung nach trifft erstes eher zu. Abends Sushi vom Safeway.

Sa, 02.10.2010

Quiltshop-Tag auf der Fahrt nach Bainbridge Island WA. Zum Glück liegen die Quiltshops in netten Städtchen: Port Townsend, Port Gamble und das norwegische Poulsbo.

Bainbridge Island ist wuselig. Abends ins Streamliner Diner.

Übernachtung im Island Country Inn.

So, 03.10.2010

Mit der Fähre nach Seattle. Kurzer Fußweg zum Pioneer Square. Dort Hop om-Hop off-Trolley. Zunächst zum Seattle Center. Besuch im SFM (Science Fiction Museum) und EMP (Experience Music Project). Auf die Space Needle sind wir nicht gefahren, da es bewölkt und dunstig war. Super Fish & Chips zum Lunch bei Lowell’s im Pike Place Market. Zu Fuß wieder zur Fähre. Abends Essen im Hotel.

Mo, 04.10.2010

Mit der Fähre nach Seattle. Rund um den Pioneer Square. Dann zu den Kaufhäusern. Drogenszene zwischen Macy’s und Nordstrom.

Wieder Super Fish & Chips zum Lunch bei Lowell’s im Pike Place Market. An der Waterfront zurück zur Fähre. Abends Räucherlachs, den wir im Pike Place Maket bei einem Franz-Beckenbauer-Fan kauften.

Di, 05.10.2010

Gemütliche Fahrt nach SEA-TAC. Rückgabe des Autos und Check-In problemlos. Abflug nach KEF pünktlich.

Mi, 06.10.2010

Stressiger Transit mit Security Check und Passkontrolle in KEF. Um 12:50 Landung in FRA. Zoll läßt sich glücklicherweise nicht blicken. DB hat wie immer Verspätung. Um 19:00 Uhr endlich zu Hause. Lautstarke Begrüßung durch unser Haustier.

Fazit

Es war wunderschön.

Highlights waren:

  • Island
  • der Yellowstone Nationalpark
  • South Dakota mit dem Custer State Park
  • Seattle

Was wir dieses Mal gelernt haben:

  • jeder Isländer ist entweder Troll oder Elfe
  • jeder Isländer besitzt ein Drittel Pferd (bitte niemals „Pony“ nennen), aber 1,5 Schafe
  • Bier kaufen ist in Minnesota nicht einfach
  • ein Safety Car leitet Fahrzeuge durch Baustellen
  • manche Kellner sprechen eine Sprache, die mit Englisch nicht viel zu tun hat
  • gehe in den Staaten nur dann zu Fuss irgendwo hin, wenn Du genau weißt, welche Straßen Du überqueren musst

Komplett kostete die Reise € 5700.